Das Kastell liegt südlich des alten Dorfkerns von Pfünz auf dem Kirchberg ca. 42 Meter über der Altmühl. Es ist rechteckig (leicht verschoben) angelegt, 189 Meter lang und 145 Meter breit mit einer Fläche von etwa 2,75 Hektar.
Das Kastell war mit zwei Gräben umgeben, die auf der Westseite noch heute gut zu erkennen sind. Dadurch daß das Kastell auf einer strategisch günstigen Felszunge über dem Altmühltal errichtet wurde, mußten die Gräben in vermutlich mühsamer Arbeit in den Fels gehauen werden. Der vergossene Schweiß von vor fast 2000 Jahren beschehrt uns heute diese Rarität.
Wallgraben Vom Westtor aus Richtung Norden. Im Hintergrund der Eckturm, die Verbindungsmauer und das Nordtor
Vor den vier Kastelltoren waren die Gräben durch einen Damm unterbrochen. Die Tore waren als Doppeltore ausgeführt, die linke Torhälfte des Westtores ist zugemauert. Vermutlich wurde der Raum als Stall verwendet, denn Winkelmann, der um die Jahrhundertwende das Kastell archäologisch erforschte, hat dort zwei Pferdeskelette ausgegraben.
Neben den Tortürmen hatte das Kastell vier Ecktürme zur Bewachung und Signalweitergabe. Zwischen dem Osttor und dem südöstlichen Eckturm war ein zusätzlicher Signalturm.
Kastellgebäude im Innenbereich
Winkelmann konnte in der südlichen Hälfte des Kastellinnenraums acht Gebäude und eine Zisterne nachweisen. In der Mitte an der Verbindungslinie vom West- zum Osttor stand das sehr einfach gestaltete Hauptgebäude, das praetorium. Es war das größte Gebäude eines Kastells. Die übrigen Bauten waren Unterkünfte, Magazine, Getreidespeicher und Pferdeställe.
Noch Anfang des 18. Jahrh. war die Zisterne offen. In ihr fand man im Brandschutt die schönsten Gegenstände und auch einen der Inschriftensteine. Über 1.500 Jahre hat sich offensichtlich niemand für die alten Zeugnisse im Untergrund des Kastells interessiert.
Auf der freien Fläche nördlich und südlich des Hauptgebäudes standen die Baraken der Mannschaften und die Stallungen.




