Forum Vetoniana

Die Pfünzer Dorfchronik

Dorfchronik Pfünz
Immer wenn in der Presse die Rede von Pfünz ist, so wird meistens über die Römer, seltener schon über die Merowinger berichtet. Daß das Leben in Pfünz nach dem Abzug der Römer weiterging ist wenig von Interesse. Doch der Heimatverein Vetoniana hat in seinem Auftrag durch die Satzung nicht nur die Durchführung von Veranstaltungen, sondern insbesondere die Erfassung der Dorfgeschichte. Eine Chronik ist hierzu der erste Ansatz.
Die begonnene Bildchronik gab bereits viele Impulse, vieles ist aber noch unbekannt. Deshalb müssen die Bilder weiter untersucht und gedeutet werden. Die Seniorennachmittage sind hierzu besonders geeignet. Das Wissen der älteren Pfünzer Bürger zu erhalten ist ein großes Vermächtnis für die nachfolgenden Generationen.

Fast unbemerkt arbeitet mit Feuereifer ein Mitglied des Heimatvereins an der Chronik von Pfünz. Es ist eine zeitintensive Aufgabe, sich durch Archive und alte Schriften zu wühlen, um an wichtige und interessante Daten zur Dorfgeschichte zu kommen. Die Schätze sind meist gut verborgen, sie zu entdecken gleicht einem Abenteuer.
Die Wühlmaus heißt Josef Auer. Er scheut keine Kosten und Mühen an die gewünschten Informationsquellen zu kommen und die richtigen Kontakte zu knüpfen. Vier Fachgebiete möchte er erschließen:

  • die Ahnenforschung,
  • die Hausforschung
  • Flurnamensammlung
  • Kirche St. Nikolaus

Da Ortsgeschichte grundsätzlich auch eine Geschichte der damit verbundenen Personen

ist - sie wurde ja von ihnen gemacht - ist die Ahnenforschung Basis der Dorfgeschichte. Dazu werden derzeit alte Quellen wie Pfarrmatrikel durchgearbeitet. Ziel ist die Erstellung eines Ortssippenbuches, das alle jemals in Pfünz ansässigen Familien enthält. Daraus können dann beispielsweise Stammbäume abgeleitet werden. Von den Familien Beck und Leitner sind Stammbäume mit Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert aus der Arbeit anderer Familienforscher bekannt.
Direkt in Zusammenhang mit der Ahnenforschung stehen natürlich die Wohn- und Besitzverhältnisse. Wer hat in welcher Zeit welches Anwesen bewirtschaftet? Aus den gemeindlichen Unterlagen sind die Besitztümer bis zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt.

Derzeit wird das Katasterbuch von 1825 und das Grundbuch von 1692 des Staatsarchivs Nürnberg angefordert und durchgearbeitet. Zusammen mit der Ahnenforschung erwarten wir uns daraus Aufschlüsse über die Hausnamen in Pfünz.
In den 20er Jahren wurden in ganz Bayern Flurnamensammlungen angelegt. Diese Aufgabe wurde von den Gemeinden an die Dorflehrer übertragen. Da Pfünz zu dieser Zeit keine Schule und damit keinen ortsansässigen Lehrer hatte, wurde die Sammlung von Pfünz nicht angelegt. Für fast alle umliegenden Gemeinden liegen sie vor. Wir wollen dieses Versäumnis nachholen. Der erwähnte Kataster und das Grundbuch sind hier bedeutende Quellen.
Die Baulichkeit der Kirche sowie ihre Kunstgegenstände sind in der Literatur beschrieben, so z.B. bei

(Fortsetzung auf Seite 3)

Führungswechsel ...(Forts.)

Helmut Drieger. Karl Zecherle ist nach wie vor 2. Vorsitzender. Rudolf Hager ist Beisitzer und hat die Aufgabe des Schriftführers abgegeben. Albert Günther nimmt wie bisher die Funktion des Konservators wahr. Besonders erfreulich waren die Anmerkungen zum Kastell Pfünz vom scheidenden wie vom neuen Vorsitzenden: Beide standen, bzw.

stehen hinter den Maßnahmen am Kastell Vetoniana. Helmut Hawlata verurteilte aufs Schärfste die Hetzkampagne in den Medien beim Aufbau der Verbindungsmauer. Dr. Rieder stellte heraus, daß durch den Aufbau erst die Dimensionen ersichtlich sind und so die Geschichte eindrucksvoll vermittelt werden kann. Dr. Rieder erwähnte ferner die Wichtigkeit der Forschung vor Ort. Es gibt nichts

Wichtigeres als die Erfassung der geschichtlichen Daten in den Dörfern durch die Heimatvereine und die anschließende Aufbereitung und Deutung durch die Wissenschaft. Die Bemühungen des Heimatvereins um eine Dorfchronik Pfünz wird so durch den künftigen Vorstand des HV voll unterstützt.

ã Heimatverein Vetoniana Pfünz e.V.

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