Forum Vetoniana

Dr. Friedrich Winkelmann (Forts.)

wurde im Familiengrab in Oehringen beigesetzt. Für die Gemeinde Pfünz war dies finanziell ein herber Verlust: als am 26.Okt. 1909 der Haushalt für das kommende Jahr aufgestellt wird, muß die Gemeindeumlage auf 170 % u. a. deswegen erhöht werden, weil das Steuersoll infolge des Ablebens der Frau Frieda Winkelmann zurückgegangen ist.
1910 kauft Meier Benedikt (Haus-Nr. 1) den Schlüsselacker am Kirchenberg von Winkelmann.
1911 im Alter von 59 Jahren gab Winkelmann die Landwirtschaft auf und siedelte nach Eichstätt über, um sich vor allem seinen archäologischen Studien und Arbeiten zu widmen. In den Jahren 1912 und 1913 beklagt die Gemeinde bei den zuständigen Behörden, daß das Steuersoll wegen des Wegzug der Familie Winkelmann zurückgegangen sei.
Friedrich Winkelmann ist am 22. Juni 1934 im Alter von 81 Jahren in Eichstätt verstorben; auch er wurde im Familiengrab in Oehringen beigesetzt.


Hauptteil ihres Bestandes bilden die von Winkelmann ergrabenen römischen Reste von Pfünz.
1886 tauscht Winkelmann vom Besitzer der Hausnummer 1 eine Fläche im Bereich des Prätoriums Pl-Nr. 147 ein
1887 schlägt der Historische Verein vor, die wichtigsten Teile des Kastell-Areals zu kaufen. Winkelmann tritt die Teile, die auf seinem Grund stehen, an den HV ab.
1888 übergibt Friedrich Winkelmann alle jene im römischen Standlager gefundenen Gegenstände der Gemeinde als Eigentum unter der Bedingung, daß

  1. die Sammlung in einem dem Herrn Winkelmann gehörigen Gebäude zur Besichtigung aufgestellt wird
  2. das Vervielfältigen der Funde (Abzeichnen) nur unter Genehmigung v. Winkelmann geschehen kann
  3. diese Vorrechte fallen weg, sobald Winkelmann die Sammlung nicht mehr behalten will; die Gemeinde ist hernach unbeschränkte Eigentümerin.
Am 9. Nov. 1899 hat der HV Eichstätt „für die der Gemeinde gehörenden in Verwahrung durch H. Winkelmann befindlichen römischen Altertümer 275 M geboten. Der Gemeinderat beschließt, das Angebot anzunehmen und genehmigt den Verkauf unter der Bedingung, daß der Kaufpreis binnen drei Wochen erlegt wird".
Für die Grabungen hat Winkelmann selbstverständlich auch einheimische Kräfte eingesetzt: Es war im Frühjahr 1899 - so schreibt F. Winkelmann im Heimgarten 1933 - daß der alte Taglöhner Nikolaus Buchberger (1828-1909), genannt der Klos(Anm. D. Verfassers: „Glousn"), auf den für die Kenntnis der Geschichte  unserer Gegend so wichtigen Münzschatz stieß und

ihn sorgfältig sammelte.
1910 verlieh  ihm die philosophische Fakultät der Luwdig-Maximilians-Universität  in München die Ehrendoktorwürde.

Der Gemeinderat Winkelmann
Winkelmann war kommunalpolitisch stark engagiert.
Bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Pfünz im Jahre 1885 war er Gründungsmitglied. Er unterschrieb als vierter auf der Liste, sein Alter ist mit 33 Jahren angegeben, Beruf Gutsbesitzer (Nr. 26), seine Funktion war Hauptmann.
Am 25. Jan.1888 unterschreibt Winkelmann Friedrich erstmals als Mitglied des Gemeinderates. Am 24. Dez. 1888 wird der Beigeordnete Fr. Winkelmann zum Stellvertreter für den  erkrankten Abgeordneten zur Schulsprengel-Verwaltung Landershofen bestellt (die Pfünzer Kinder gingen damals in Landershofen zur Schule). Am 19. Nov. 1895 wird Fritz Winkelmann als Vertreter der Gemeinde Pfünz in den Landwirtschaftlichen Bezirksverein gewählt. Am 5. Sept. 1901 wird Winkelmann zum Obmann der Gemeinde Pfünz  für den Fischereiverein Altmühl gewählt. Am 11. Okt. 1901 wird Winkelmann wiederum zum Vertrauensmann in den Landwirtschaftlichen Bezirksverein Eichstätt gewählt. Winkelmann ist Mitglied des Gemeinderates bis 1906.
Weggang der Familie Winkelmann
Am 18. Jan. 1909 starb Winkelmanns Mutter im Alter von 83 Jahren; sie

ei der Generalversammlung des Heimatvereins Vetoniana am 23. Januar 1998 waren 63 Mitglieder anwesend. Josef Neubauer, der 1. Vorsitzende des Vereins berichtete über den Ablauf des vergangenen Vereinsjahres. Josef Auer gab eine Übersicht über seine Arbeit zur Dorfchronik. Erna Neubauer legte den Kassenbericht unter dem Zeichen des Kastellfestes vor. Die Mindereinnahmen von DM 4.000,- waren keine Überraschung für die anwesenden

Mitglieder. Der Antrag der Kassenrevisoren auf die Entlastung der Vorstandschaft wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig erteilt.
Der Bügermeister Hans Mayer war anwesend und zeigte sich in seinem Grußwort erfreut über die Aktivitäten des Vereins zur Erhaltung der reichhaltigen Geschichte von Pfünz.
Nach dem formalen Ablauf ging Josef Neubauer auf die Aktivitäten im neuen Vereinsjahr 1998 ein: So will sich der

Verein weiterhin um die Gestaltung des Dorfplatzes kümmern. Die traditionellen Senioren-Nachmittage stehen weiterhin auf dem Programm.
Nachdem 1998 kein Kastellfest ansteht, ist einer der Höhepunkte das Römerfamilienfest am Kastell. Alle Pfünzer

(Fortsetzung auf Seite 4)

ã Heimatverein Vetoniana Pfünz e.V.

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