Forum Vetoniana

(Fortsetzung von Seite 1)

die verwitterte kaum mehr lesbare Schrift zu entziffern? Tatsächlich erkennt man nur bei genauerem Hinsehen, daß in den Stein eine Schrift eingemeißelt ist. Aber die Oberfläche des Steines ist rauh, und die gemeißelten Vertiefungen der Buchstaben heben sich nur schwerlich von der Umgebung ab.
Wie kann man eine dermaßen verwitterte Schrift entziffern? Nun - beim Lesen der ebenfalls fast unkenntlichen Schrift der Reißer-Tafel an der Südseite der Kirche haben wir gelernt, daß der Lichteinfall eine große Rolle spielt. Bei voller Sonneneinstrahlung wirkt der ganze Stein einfach nur hell mit unregelmäßiger Oberfläche. Bei schrägem Lichteinfall entstehen Schatten an den Kanten der Buchstaben.
Wir haben zusätzlich nachgeholfen und bei Dämmerung mit künstlichem Licht gearbeitet. Beim ersten Versuch war es zu hell und die benutzte Taschenlampe war zu schwach. Beim 2. Versuch war es schon dunkler und einige Worte konnten entziffert werden:
" ... Johann Eberle von Pfünz vom Pferd ... "
Zusätzlich wurde die Schrift mit einer Digitalkamera aufgenommen und die Bilder wurden in den Computer übertragen.
Unser fast fertiges Ortsfamilienbuch wurde als erstes befragt; über die Pfünzer Familie Eberle finden wir folgendes:

  1. Da gab es einen Großvater Johann Eberle; dieser starb am 15.3.1841 an Abzehrung - also eines natürlichen Todes; daher kam er eigentlich von vornherein nicht in Frage. Er hatte zwei Söhne, Joseph und Johann.
  2. Letzterer war in Landershofen verheiratet, über ihn wissen wir nur wenig.
  3. der Sohn Joseph hatte 9 Kinder, darunter Johann; er wurde geboren am 21.1.1848 und starb am 19.12.1856 (beerdigt 22.12.). Der Eintrag in der Sterbematrikel lautet: "durch Kopfverletzung mit plötzlich erfolgtem Tod; der Knabe wurde von einem scheu gewordenen Pferde, welches er ritt, herabgeworfen und vom Wagen überfahren".
Mit diesen Erkenntnissen gewappnet, gingen wir daran, die im Computer gespeicherten Bilder mittels Grafikprogrammen zu bearbeiten. Kontrast, Graustufen, Negativdarstellung wurden verändert - und plötzlich wird die Schrift deutlicher. Nun kann zumindest die erste Hälfte schon recht gut entziffert werden. Ein neuer Nachttermin, diesmal mit einer starken Handlampe der Feuerwehr und mit Stativ bewaffnet, wird angesetzt. Und wirklich: bei extrem seitlicher Beleuchtung - einmal von links und einmal von rechts - gibt der Stein endlich sein Geheimnis preis und die Schrift tritt deutlich hervor. Lediglich die vermeintlich letzte Zeile ist zu stark verwittert; wir gehen mit der Kamera nahe ran - und entdecken dabei, daß auf dem unteren Sockel eine allerletzte Zeile steht, die wir wieder lesen können. Sicherheitshalber fotografieren wir alles digital. Bei der Betrachtung am Computerbildschirm, mit etwas Bildmanipulation und nicht zuletzt mit etwas Phantasie - was müßte denn eigentlich an dieser Stelle sinngemäß stehen? - wird auch die vorletzte Zeile entziffert. Wir wollen noch nicht alles verraten. Im nächsten Forum in ein paar Wochen berichten wir Ihnen über den geschichtlichen Hintergrund und den entzifferten Text.

Wie geht es ohne Kastellfest weiter?

Die Entscheidung 1999 kein Kastellfest durchzuführen kommt für viele überraschend, manche haben dies aber erwartet. Überraschend ist es vermutlich für diejenigen, die wenig mit der Organisation zu tun hatten. Die Entscheidung ist aber zunächst einmal für das Kastellfest 1999. Ob man im Jahre 2000 darüber nachdenken sollte erübrigt sich fast, denn zur Jahrtausendwende werden alle durch Feste "erschlagen". Bis 2001 ist noch eine Zeit hin. Vielleicht kehren bis dahin die römischen Gruppen zu ihren Idealen zurück und verfallen nicht weiterhin dem in diesen Festen vermuteten Kommerz, der nicht vorhanden ist. Wenn die Haltung so bleibt, wird auch 2001 kein Kastellfest stattfinden können, denn das Risiko bleibt und die von manchen (auch benachbarten Vereinen) so hoch vermuteten Gewinne bleiben aus.

Was macht der Verein weiter? Der Heimatverein Vetoniana wird sich auf seinen satzungsgemäßen Auftrag konzentrieren, die Heimatgeschichte, sprich die Geschichte von Pfünz zu erforschen und auch die Geschichte darzustellen. Wir werden weiterhin - und jetzt können wir das intensiver wie vorher - an römischen Veranstaltungen teilnehmen. Heuer gehen wir im September wieder nach Aalen und aller Voraussicht nach 1999 nach Künzing in der Nähe von Passau (
® Seite 4). Die bisher geleistete Arbeit bei der Herstellung der Rüstungen, des Onagers und der Pfeilgeschütze wird in Zukunft besser honoriert als bisher. Beim Kastellfest in Pfünz konnten wir unsere Ausrüstungen gar nicht so präsentieren, als es bei der Teilnahme an anderen Veranstaltungen möglich ist.
Diejenigen Pfünzer, die diesem Kastellfest ihr Herzblut gegeben haben, sollen nicht enttäuscht sein, sondern die Chance erkennen, wenn wir uns besser auf den Vereinsauftrag konzentrieren können.

Wie aktiv der Verein ist und welche Erkenntnisse zu gewinnen sind, zeigen die Beiträge im Forum. Kannte wirklich jeder die Lebensgeschichte von Dr. Friedrich Winkelmann, wie sie im letzten Forum beschrieben war?
Sagen Sie uns, ob die Beiträge für Sie interessant und verständlich sind.

ã Heimatverein Vetoniana Pfünz e.V.

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