Forum Vetoniana

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stehen. Dies war einer der Hauptgründe das Kastellfest 1999 bleiben zu lassen.

Finanzielle Situation
Römische Gruppen
Eine der ersten Aktionen für das Kastellfest 1999 war die Kontaktaufnahme mit allen römischen Gruppen, die in der Vergangenheit bereits beteiligt waren oder die in der Lage sind, 1999 teilzunehmen. Es wurden alle europäischen Gruppen einbezogen die bekannt waren; von Ungarn, Österreich, zusätzliche in Deutschland, über Holland bis nach Großbritannien. Die Resonanz war mehr als ernüchternd. Das Anschreiben war so formuliert, daß die Teilnahme 1999 auf Erfolgsbasis stattfindet und ansonsten nur die Unkosten getragen werden. Diejenigen Gruppen, die bisher schon wenig verlangt haben gingen in ihrer Forderung zurück. Die Gruppen, die bereits an der Schmerzgrenze 1997 lagen, haben nochmal aufgelegt.
Verglichen mit einem Feuerwehr- oder Schützenfest wäre die Situation so, daß für so ein Fest in 1 1/2 Tagen 6 große Kapellen verpflichtet würden. Welcher e.V.-Verein mit 12 DM Jahresbeitrag kann sich das leisten?
Nach unserer Information trennt sich auch das Limesmuseum Aalen von verschiedenen Gruppen wegen des hohen Honorars. Wenn man weiß, daß hinter dieser Institution die Stadt Aalen und das Land Baden-Württemberg steht, ist unser Entschluß mehr als richtig.
Publikum
Neben dem Wetter ist das Publikum am wenigsten kalkulierbar. Das Wetter ist wie es ist, es ist nicht zu beeinflussen. Auch wenn jetzt viele Spötter sagen: "Jetzt hat es einmal nicht funktioniert und jetzt schmeißen die alles hin". Selbst wenn 1999 das idealste Wetter wäre, auch dann wäre aus jetziger Sicht das Kastellfest 1999 nicht durchführbar. Das Wetter hat in allen Überlegungen keine Rolle gespielt, warum auch? Es ist nicht vorhersehbar.
Das Publikum ist aber einigermaßen abschätzbar. Zum letzten Kastellfest wurden an die 80 Zeitungsredaktionen, Radio- und Fernsehsender mit Informationen zum Kastellfest versorgt. Bis in Berlin und Hamburg erschienen Artikel zum Kastellfest in der Tagespresse oder im lokalen Rundfunk. Die Resonanz war auch hier bescheiden. Das Land ist voll von historischen Festen, die Bevölkerung ist übersättigt mit Veranstaltungen jeglicher Art. Hier kommt das zum Tragen, das jeder Verein bemängelt, egal welche Veranstaltung angeboten wird, der Besuch bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Hand aufs Herz, gehen Sie jedesmal zum Neuburger Schloßfest? Und würden in Walting siebenmal hintereinander die Kastelruther Spatzen spielen, würden Sie auch noch ein 8. Mal hingehen?
Sicher - es entsteht der Eindruck, man sucht nur nach Gründen, das Kastellfest nicht mehr durchführen zu müssen, die Nachteile überwiegen und nach anderen Möglichkeiten wird nicht gesucht. Dem ist nicht so. Es wurde sogar versucht, über den Landkreis und über das Infozentrum Naturpark Altmühltal im Rahmen des Fremdenverkehrs Ansätze zu finden, das Kastellfest zu unterstützen. Auch hier gibt es keine bedeutsamen Möglichkeiten.
Für viele ist die Entscheidung 1999 kein Kastellfest durchzuführen mit Sicherheit eine Enttäuschung, für viele auch eine Erleichterung und die Mehrheit wird es mit Gleichgültigkeit hinnehmen. Aber egal wie die Reaktion der Einzelnen sein wird, verantwortlich durchführbar ist das Kastellfest 1999 aus der jetzt gegebenen Situation heraus nicht. Dazu steht die Vorstandschaft und der Ausschuß des Vereins.
Den Mitgliedern steht frei, nach §14(3) der Satzung dazu eine Mitgliederversammlung einzuberufen.
Doch der Heimatverein Vetoniana Pfünz lebt weiter, erkennen Sie die Möglichkeiten, die der Verein auch ohne Kastellfest hat. Erkennen Sie auch Ihre Möglichkeiten, sich weiter im Verein einzubringen und aktiv mitzuarbeiten. Beachten Sie bitte den Artikel "Wie geht es weiter" und die weiteren Berichte zum Dorfgeschehen.

Römerfest in Künzing 1999

Künzing ein kleiner Ort zwischen Deggendorf und Passau hat ähnlich wie Pfünz eine römische Siedlung mit einem Kastell. Um das archäologisch-historische Erbe des Ortes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde 1990 ein Museumsverein gegründet. Dieser setzte es sich zum Ziel, zusammen mit der politischen Gemeinde (!) ein Museum zu errichten.
Der Verein kann sich mit unserem Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog als Gründungs- und Ehrenmitglied schmücken. Ferner ist der österreichische Kaisersohn Dr. Otto von Habsburg, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und der Diözesanbischof Mitglied im Verein. Da können wir uns noch eine Scheibe abschneiden.
Am 4.7.1999 ist es 125 Jahre her, seit Künzing seine römische Vergangenheit entdeckt hat. Dies ist ein Anlaß zum Feiern. Die Verantwortlichen des Museumsvereins haben natürlich einen neidvollen Blick auf unsere römischen Rüstungen geworfen. Uns gibts (zumindest bisher) nur einmal in dieser Ausrüstung und vor allem in dieser Mannschaftsstärke. Mehr als 20 Auxiliarsoldaten sind nur in Pfünz stationiert und das wissen viele, wie die Einladung zeigt.

Aller Voraussicht nach werden wir teilnehmen, die Verhandlungen laufen derzeit. Wer in Vohburg dabei war kann erahnen, wie toll so eine Veranstaltung für jeden persönlich sein kann. Wir hoffen deshalb auf die Teilnahme aller Soldaten und selbstverständlich auch auf alle Zivilpersonen, die eine römische Kleidung haben.

Wie Sie sehen, hat der Beschluß das Kastellfest 1999 nicht durchzuführen nichts damit zu tun, auch das restliche Römerprogramm fallen zu lassen -
ganz im Gegenteil.

ã Heimatverein Vetoniana Pfünz e.V.

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