Forum Vetoniana

(Fortsetzung von Seite 1)

Geschichte von Pfünz wenn man den Maßstab der römischen Vergangenheit annimmt. Dieses kunst- und kulturhistorische Kleinod sollte es wert sein, entsprechend gewürdigt zu werden.

Das Bild wurde offensichtlich beschnitten, als es bei der Restauration des Frauenaltars übrig blieb. Dies kann daraus gefolgert werden, daß die Schrift auf der Vorderseite links verstümmelt ist (richtig muß es heißen: Torcular = die Kelter) und wegen der Bogensymmetrik entsprechend rechts. Ursprünglich war das Kunstwerk vermutlich bogenförmig bis zur unteren Kante. Das Bild wurde nach einer Vermutung von Dr. Emanuel Braun nach 1800 von einem Kirchenmaler im Zuge einer Restaurierung übermalt (Pinselstil).

Demnächst wird das Bild in einem Predigt-Buch unseres Hochwürdigsten Herrn Bischof  abgedruckt werden, worüber wir uns sehr freuen. Das Bild stellt nicht nur als Kunstwerk eine Rarität dar, es ist auch ortsgeschichtlich wegen der beiden Heiligenpfleger sehr wertvoll. Immerhin sind das die ältesten Nachrichten von Pfünzer Bürgern, die nicht auf Papier geschrieben sind.

Die beiden Kirchenpfleger ("Heiligenpfleger") sind in der Ortsgeschichte wohlbekannt. Lienhart Öscher (oder Escher) ist der Kipferle-Bauer. Er ist nachweislich mit dem Besitzer des Kipferle-Anwesens - jetzt Bauernhofmuseum in Hofstetten -  verwandt. Michael Spätt (oder Spett, Speth, Späth) wiederum ist Besitzer des Spethenhofes in Pfünz; das war das Anwesen oberhalb der Kirche (jetzt Treffer).

Aufschrift auf der Rückseite des Tafelbildes:

Gott und seinen Heiligen zu Lob und
Ehr Ist Anno 1598 den 9. Augustij durch
den Ehrwürdigen Herren Christoff Aigner dise
Zeitt vicarier im Thumstift (Domstift) und unwürdiger
Pfarrer alhie Kay: Maiestath Notarius (mit=)
sambt seinen zweien Heiligenpfleger Lienhart
Öscher und Michael Spätt unser Frawenalter
sambt disen durch guetter gottsförchtiger Men=
schen von neuen gestalt worden und bemelter
Herr dise Rundung sambt allem waß darzu ge=
hörtt für sich machen lassen

Rückblick 1998

Das für den Heimatverein Vetoniana wichtigste Ereignis bzw. die für den Verein wichtigste Entscheidung war die Fortführung des Kastellfestes. Mit Sicherheit war es für die Vorstandschaft die schwierigste Abstimmung seit Bestehen des Vereins und Sie dürfen es glauben oder auch nicht, es wurden alle nur möglichen Möglichkeiten durchleuchtet.
Letztendlich - Ihnen ist der Beschluß ja bekannt - kann 1999 kein Kastellfest stattfinden. Dort wo Geld den Idealismus besiegt, entsteht Schaden für die Gesellschaft. Auch das Limesfest in Aalen 1998 hat diese Tendenz bestätigt. Obwohl das Fest dort mit kommunaler und staatlicher Förderung läuft, sind drastische Umsatzeinbußen zu beklagen.

Was war sonst 1998? Ein gut besuchter und im Ergebnis erfolgreicher Seniorennachmittag. Mit viel Elan wurde über die Kriegszeit in Pfünz berichtet und einige Fakten konnten für die Ortsgeschichte festgehalten werden. Gesucht wird z.B. der
Kirchenspieß. Falls den jemand auf dem Dachboden hat, sollte er sich beim Heimatverein melden.
Mit der Römergruppe waren wir in Aalen und in Gunzenhausen.
Im Herbst haben wir einen Ausflug ins Fränkische unternommen. Stationen waren der römische Burgus in Burgsalach, das römische Bad in Weißenburg und letztendlich die Brauerei "Zum Leuchtturm" in Gunzenhausen.

ã Heimatverein Vetoniana Pfünz e.V.

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