Forum Vetoniana

Übrigens haben sie Käufer öft bemelter Beckischen W. die Herberg auf der Wohnstuben dann eine Schlafkammer ohnentgeldl. und lebenslängl. zu überlassen.
Briefgeld, Handlang zahlen Käufer.
Bis nun der Kaufschilling vollkommen abgeführt seyn wird, verbleibt sothanes Köblersguth samt Zugehör ihnen Beckischen Eheleuthen, dann ihr Wittib A. M. Beckin sub clausula constituti possessori pro hypotheca haftend.
Act. den 28. Juni 1802
Testes
Wendelin Böhm viced. Unterth. von Sallach, und Leonh. Meyer Wirth von Biesenhard.

Heiratsvertrag


Hierauf hat sich vorstehender Verträger zu Barbara Schieglin als des Joh. Schiegls gewesten Baumeisters in Sperberslohe, dann Walburga dessen auch verstorbenen Eheweibs ehel. erzeugten Tochter ehel. verlobet, dann in Beyseyn hieunten stehenden Gezeugen und Heurathsbeyständnern folgende Pacta dotalia abgeredet, nehml.
Erstens verspricht Sie Hochzeiterin ihrem Bräutigam 500 fl gleich aber im Fall jedoch daß sie an dem samtl. ihr noch zufallends Erbsnehmer Erbsguth a 800 fl nichts in Verlurst gehen sollte Zeit ¼tl Jahres eine standes angemessenen Ausfertigung als ein wahres und baares Heurathguth an- und zuzubringen, worgegen
zweytens Er Hochzeiter solch einzubringen versprochenes Heurathsguth mit seinem sub hodierno übernohmenem Köblersguth Activis und Passivis nichts hievon ausgenohmen vollkomen wiederleget, besezet und anverheurathet, als zwar daß was sie in Zukunft miteinander ererben, erhausen oder wie auch immer gewinnen werden, alles ein gemeinschaftl. Guth seyn solle.
drittens ist deren Todfällen wegen bedungen worden, daß auf Vorabsterben ein oder anderen Ehetheiles ohne Hinterlassung eines ehel. Leibeserben, oder wenn einer vorhanden und nicht ein volles Jahr überleben würde der verstorbene(!) Ehetheil des Verstorbenen nächsten Befreunden und Verwanden 50 fl als anmit bedungenen Rückfall hinaus zu geben hätte.
Heurathsbeyständner sind gewesen auf der Hochzeiterin Nikolaus Schiegl Schneider-Mstr. von Schermfeld, auf des Hochzeiters Seite aber dessen Bruder Franz Templer Bürger von hier.

Soweit der Originaltext. Sie werden bemerkt haben, wie schwer er zu lesen und auch zu verstehen ist. Josef Auer hat den Kauf- und Hochzeitsvertrag in unsere Zeit „übersetzt":

Kaufvertrag

Vorbemerkung: Gegen Ende des 17. Jh. wurden Steuerbücher (Salbücher) angelegt, für Pfünz 1696, für Inching 1693. Darin wurden alle Grundstücke, die dem Fürstbischof lehenbar waren, von der zuständigen Behörde, der Landvogtei, beschrieben; Besitzveränderungen wurden i. d. R. nachgetragen.
Das fragliche Anwesen, beschrieben im Salbuch der Landvogtei von 1696, Seite 310a, ist ein sog. Halbbauernanwesen (Köblersgut). Bis 1793 war die Witwe von Mathias Beck (gestorben 6.11.1789) Besitzerin; am 28.12.1793 übergab die Witwe das Anwesen an ihren Sohn Anton (welcher sich am 14.1.1794 mit Anna Maria Wittmann von Hitzhofen verehelichte). Bei dieser Übergabe wurde der Witwe Anna Maria Beck im Kaufbrief eine Ausnahme verbrieft zu jährlich 4 Metzen Mischlinggetreide, 1 Klafter Holz, das unentgeldlich vor die Tür zu fahren war, und an Geld 10 fl.
Anton Beck, zu Pfünz, und Anna Maria, dessen auch vor Amt anwesendes Eheweib, verkaufen

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ã Heimatverein Vetoniana Pfünz e.V.