Forum Vetoniana

dem Johann Templer aus Preith (dessen Vater Grund-Untertan des Klosters St. Walburg ist: ganz Preith gehört zum Kloster St. Walburg) und Barbara Schiegl korrigiert, dessen zukünftigem Eheweib, das Köblersgut mit Haus, Stadel, Garten zu ¼ Tagwerk und 6 ½ Tagwerk Feld.
Auf dem Anwesen lasten folgende Abgaben: auf St. Willibaldschor (einer Pfründestiftung) war bei Besitzwechsel der Großhandlang fällig (5% der Kauf- oder Übergabesumma, und zwar für beide Seiten), und als jährlicher Grundzins 4 Schilling, 1 Henne und 4 Junghühner.
Von den 6 ½ Tagwerk Feld waren insegsamt 1 ¾ Tagw. (bestehend aus 2 Äckern, einer mit 1 Tagw., der andere mit ¾ Tagw. oben auf dem Osterberg) laut Kaufprotokoll vom 27. Aug. 1763 und nachgetragener Genehmigung des Grundherrn an Franz Hötzler zu Pfünz verkauft worden. Damit aber der Anwesenswert insgesamt nicht geschmälert wurde, war statt dieser Felder eine Wiese auf der Inchinger untern Au einverleibt worden. Diese Wiese gehörte Michael Frey zu Pietenfeld; sie war nicht lehenbar, d.h. sie gehörige keinem Grundherren, sondern Michael Frey selbst. Die Besitzveränderung der Wiese war in dem 1693er Salbuch von Inching ordentlich vermerkt. Statt der Äcker war die „eigene" - nicht lehenbare Wiese gekauft, und dem Anwesen - nun als lehenbares Gut - einverleibt oder einvererbt (sie war jetzt ein Erblehen) worden.
Zu den „liegenden" Güter (Immobilien) wurden als Dareingabe die „fahrende" Habe (Mobilien) verkauft:

  • 1 Wagen, 4 Schanzketten, 4 Bauchketten, 1 Sperrketten, 1 Pflug samt Gestell, 2 Dreschdrischl, 2 Reitern, 3 Sieb, 1 Getreidemühle, 1 Mistgabel, 1 Misthackel, 2 Kuhketten, 1 Heugabel, 1 Oxenjoch samt Polster, 20 Wägen Dung, 2 Eisenkeile, 1 guter aufgeschütteter Haufen Getreides zu 4 Metzen, 7 in Stadel befindliche eichene Docken.
  • der bereits vorhandene neue Kreuzstock, welcher auf der Käufer Kosten einzumauern ist,
und dem, was Nagel und Band hält (niet- und nagelfest), für 1700 fl (Gulden), dazu die bereits bezahlten 2 Carolin (ältere Münze) Leihkauf (eine Art steuerfreies Trinkgeld) folgendermassen zu bezahlen angewiesenen Kaufpüreis in Rheinischer Münze:
  • innerhalb eines Vierteljahres werden 1600 fl bar beim Amt hinterlegt,
  • zwischen der Vorbesitzerin und Witwe Anna Maria Beck und den verkaufenden Beck'schen Eheleuten wurde die Übereinkunft getroffenen, daß die Witwe ganz auf ihren Ausnahm verzichtett, daß aber dafür 100 fl Bargeld auf 5 Prozent verzinslich auf dem Gut liegen gelassen werden sollen, wovon die Witwe nicht nur die jährl. Zinsen zu 5 fl, sondern nach Bedarf auch vom Kapitalstock zu entnehmen berechtigt ist.
Beim Tod der Beck'schen Witwe würde jedoch, was an dem Kapital und Zinsen über Abzug der Leichgebühren noch übrig sein wird, den Verkäufern und derselben hinterlassenen Erben zufallen. In übrigen haben die Käufer der Beck'schen Witwe das Wohnrecht auf der Wohnstuben, dann eine Schlafkammer unentgeltlich und lebenslänglich zu überlassen.
Briefgeld und Handlang zahlen die Käufer.
Bis nun der Kaufschilling vollkommen abgeführt sein wird, verbleibt solches Köblersgut samt Zugehörung den Beck'schen Eheleuten und der Witwe Anna Maria verhypothekiert.
Geschehen den 28. Juni 1802.
Zeugen: Wendelin Böhm ... von Sallach, und Leonhard Meyer, Wirt von Biesenhard.

ã Heimatverein Vetoniana Pfünz e.V.

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