Forum Vetoniana

hen wir am Dienstag ins Schützenhaus zum Dämmerschoppen oder lesen ein Buch oder die Zeitung. Da graben wir den Garten um oder streichen das Haus. Da besuchen wir die Vereinsveranstaltungen im Dorf, egal ob vom Kindergarten, von der Feuerwehr, vom Schützenverein, von der Jugend und auch von unserem Heimatverein. Und - wir helfen noch mit, diese Veranstaltungen alle vorzubereiten. Da fahren oder fliegen wir in den wohl verdienten Urlaub und machen eine Wandertour in den Tiroler Bergen. Ab und zu finden wir noch Zeit für eine kühle Maß und eine gute Brotzeit in einem schattigen Biergarten, aber nur ab und zu, nicht oft. Und, und, und, ....
Da wird es schon langsam eng, eng in der Bilanz unserer 10 Millionen Freisekunden. Haushalten ist angesagt, die 10 Millionen reichen nicht mehr, 15 Millionen wären schon ganz recht. Also hab ich doch recht, wenn ich behaupte, es ist die Zeit die fehlt, wenn wir jetzt erst beim 13. und nicht beim 16. Forum sind. Sekunden fehlen. Aber fünf Millionen zusätzliche Freisekunden oder meinetwegen nur drei Millionen? Nicht eine einzige Sekunde können wir irgendwo herbekommen, nicht eine einzige. Die Erde umrundet unaufhaltsam die Sonne und wenn die rund 30 Millionen Sekunden vorbei sind ist das Jahr vorbei und in der nächsten Sekunde beginnt das Neue. Ja in der nächsten Sekunde, nicht drei oder fünf Millionen Sekunden später, nur weil wir mit unseren Freizeitsekunden noch nicht soweit sind. Es ist ein Naturgesetz das keine Regierung der Welt reformieren könnte, nichtmal unsere, Gott sei Dank! Aber was tun?
Zeitmanagement heißt das Zauberwort. Ganze Regale voll schlauer Bücher gibt es dafür und unverschämt teuere Gurus führen reihenweise Zeitmanagement-Seminare durch. Früher waren die mit unseren Tagwerkssekunden beschäftigt, denn in den Firmen und Institutionen sieht es ja noch viel schlimmer aus mit der zuwenigen Zeit. Aber offensichtlich ist es so, dass wir uns mittlerweilen auch um unsere Freizeitsekunden ernsthaft Gedanken machen müssen. Wir sind angehalten zu planen, wie wir unsere freien Sekunden sinnvoll einteilen, um effektive Ergebnisse zu erzielen. Das hört sich furchtbar wirtschaftlich an, aber anscheinend ist es so, dass auch aus der Freizeit Ergebnisse erwartet werden. Von wem? Ja das kommt auf die augenblickliche Rolle an, in der man sich gerade befindet. Vom Vorstand erwarten Vereinsmitglieder Ergebnisse, von den Mitgliedern erwartet der Vorstand aktive Mitarbeit oder mindestens die Teilnahme an den Veranstaltungen des Vereins; um nur zwei Beziehungen zu nennen. Werden nur in einer dieser beiden Rollen die Freizeitsekunden zu wenig, leidet das Vereinsleben. Ein Werkzeug des Zeitmanagements ist die Priorität. Eine Priorität setzen heißt, Wichtigeres vor Unwichtigerem zu tun. Wenn das Unwichtigere allerdings immer mehr den Vereinen zugeschrieben wird, verarmt das Vereinsleben und damit der Gemeinschaftsgeist über den jeweiligen Verein hinaus. Diese gesellschaftliche Tendenz ist in den letzten Jahren immer deutlicher spürbar, ganz allgemein, nicht nur im Pfünzer Vereinsleben.
Für das neue Jahr 2004 wäre es eine große Aufgabe, diese Tendenz zum Unwichtigem zu stoppen und vielleicht sogar umzukehren. Wenn wieder mehr Mitbürger ihre Prioritäten im Vereinsleben sehen würden, käme wieder mehr Gemeinschaftsgeist auf. Die gesellschafts- und sozialpolitische Zukunft ist ja nicht besonders rosa gefärbt, es wird Entbehrungen geben und da werden die Menschen wieder näher zusammenrücken müssen. Mit einem guten und ausgeprägten Zusammengehörigkeitsgefühl fällt das leichter. Die Vereine können und wollen dafür auch ihren Beitrag leisten und toll wäre einfach, wenn wieder mehr mitmachen würden.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesundes und tatkräftiges neues Jahr 2004.

Pfünzer Römer mit Legionären und Lagerleben bei Festen in Bad Gögging
und Unterschwaningen

Pfünz (och) Auch wenn das eigene Castellfest des Pfünzer Heimatvereins „Vetoniana" schon seit mehreren Jahren nicht mehr stattfindet, so ist die Römergruppe des Heimatvereins als Anziehungspunkt bei Römerfesten nach wie vor gefragt. Innerhalb von zwei Wochen rückte die

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ã Heimatverein Vetoniana Pfünz e.V.