Forum Vetoniana

Römerstein erstrahlt in neuem Glanz
ie Restaurierung des Römischen Gedenksteins zog sich jahrelang durch die Vorhabenplanung des Heimatvereins. Es war gar nicht so einfach erstmal herauszufinden, wer überhaupt zu fragen ist, wenn man den Stein erneuern wollte. Erster Anlaufpunkt war die Gemeinde. Die Auskunft war aber, dass der Stein nicht auf Gemeindegrund und natürlich auch nicht auf privatem Terrain steht. Die Recherche im Landratsamt ergab dann, dass der Bayerische Staat hier Grundherr ist und die Verantwortung beim Vermessungsamt liegt. Der Stein ist sozusagen ein Grenzstein oder ein Meilenstein und gehört deshalb in den Zuständigkeitsbereich dieser Behörde. Herr Wittmann (Vermessungsamt) hat uns dann unterstützt und die entsprechenden Finanzmittel bereitgestellt, herzlichen Dank im Namen des Vereins und aller Pfünzer. Steinmetz Fieger wurde schliesslich beauftragt, um den Stein fachmännisch zu reinigen. Nach einer bestimmten Trocknungszeit wurde dann die bis dahin kaum mehr leserliche Inschrift erneuert. Über Hintergrund und Geschichte dieses Erinnerungsteins mitten in unserem Dorf, berichten wir demnächst in diesem Forum.
Mit dieser Maßnahme haben auch wir einen Beitrag zur Verschönerung unseres Ortes geleistet. Im Jahr der Erneuerung des Dorfplatzes ist dies besonders passend.

(Fortsetzung von Seite 6)

Während der Einquartierung der Franzosen i. J. 1799/1800 haben die Soldaten aus Langeweile den größten Teil der übriggebliebenen Mauerruine aus Mutwillen eingerissen, um sich am Herabrollen der abgerissenen Steine über die steile Felsenwand zu ergötzen. Später führten die Bauern die letzten Reste vollends weg, weil sie die Steine anderswo bestens gebrauchen konnten. Den sog. Sedatostein aus diesem Tempel holte sich der Pfünzer Schmied im Jahre 1809, um ihn als Stufe vor seine Haustüre zu legen. Ein historisch Interessierter kaufte dem Schmied den Stein ab, und so kam er ins Priesterseminar nach Eichstätt. Auf unbekannten Wegen gelangte er um 1825 nach Augsburg in die „Sammlung römischer Altertümer". Danach bemühten sich der geistliche Rat Ignatz Pickl und Oberforstrat Reber um die Erforschung der Denkmale; an einem stehengebliebenem Mauerstück sah Pickl noch einige Kreuze, deren bei Einweihung katholischer Kirchen 12 zum Andenken an die Apostel angebracht wurden.
Der Archäologe Dr. Friedrich Winkelmann hat schließlich 1887 und danach das Areal im Zuge seiner Kastell-Ausgrabungen gründlich untersucht und beschrieben. Dabei hat er auch eine Menge Skelette freigelegt, welche die Benutzung als Friedhof belegen.
Das Areal wurde vor einigen Jahren im Zuge landschaftspflegerischer Maßnahmen wieder von Baum- und Strauchbewuchs freigelegt. Noch heute trägt die Flur auf diesem Berg den Namen Altkirchenfeld in Erinnerung an die alte Kirche.

ã Heimatverein Vetoniana Pfünz e.V.

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