HADRIAN

Kaiser Hadrian kehrt nach Pfünz zurück

Bitte noch etwas Geduld bis alles fertig ist, danke!

Hadrian (Publius Aelius Hadrianus), geboren am 24. Januar 76 n. Chr., war ein römischer Kaiser, der von 117 bis 138 n. Chr. regierte. Er wird oft als einer der „fünf guten Kaiser“ bezeichnet und ist bekannt für seine Bemühungen, das römische Reich zu festigen und kulturelle Projekte zu fördern. Lesen Sie hier seine Biografie

Das Projekt „Hadrians Rückkehr“ beginnt mit dem Bild auf der Startseite. Auf dem blickt „Napoleon“ vom Schallerfelsen auf Wasserzell, einem Stadtteil von Eichstätt und in das Altmühltal. Der Volksmund nennt diese römische Nachbildung eines römischen Kaisers „Napoleon“. Aber diese Büste aus Jurakalkstein hat weder etwas mit dem Kaiser Napoleon noch mit einem wirklichen römischen Kaiser zu tun. Die Wasserzeller Büste ist eine von insgesamt sechs solcher Kaisernachbildungen. Zwei davon stehen seit Jahrzehnten im Innenhof der Willibaldsburg in Eichstätt eine im Bereich der (ehemaligen?) Burgschänke. Die Vierte fristete seit 1927 sein Dasein im Depot oder im Museumsgarten des Stadtmuseums Neuburg/Donau. Als fünfte Büste wird die vom Schallerfelsen gezählt. Die sechste ist nach bisherigem Stand verschollen. Wieviele dieser Büsten insgesamt existierten kann nicht mehr festgestellt werden.

Im Volksmund kursiert die Anekdote, dass diese Büste aus Pfünz stammen soll und die Wasserzeller sie eines Tages geklaut und auf ihren Schallerfelsen verbracht haben. Die Pfünzer waren darüber verständlicherweise nicht gerade erfreut und ihr Ansinnen war immer und das bis in die jüngste Zeit, den vermeintlichen „Napoleon“ wieder nach Pfünz zurück zu holen. Diese Idee wurde tatsächlich relevant nachdem es einen Eigentümerwechsel des Grundstücks am Schallerfelsen gegeben hat und aufgrund eines ausführlichen Berichts im Sammelblatt 106 von 2014 des Historischen Vereins Eichstätt [„Eine römische Imperatoren-Galerie des 16. Jahrhunderts auf der Willibaldsburg“ von Stefan Lehmann und Dagmar Stutzinger]. Das Vorhaben, den „Napoleon“ in Wasserzell abzubauen und nach Pfünz zu transportieren, wurde natürlich ganz schnell verworfen. Außerdem hat der Zahn der Zeit sein Werk vollbracht und das Antlitz stark in Mitleidenschaft gezogen.

Aus „Kaiser Napoleon“ wird „Kaiser Hadrian“

Durch die Ausführungen im Sammelblatt des HIV Eichstätt wurde bekannt, dass die vierte Büste recht gut erhalten vom Historischen Verein Neuburg verwahrt wird. Sie wurde mit dem Kaiser Hadrian in Verbindung gebracht und zierte einst das Eingangstor des Pfünzer Sommerschlosses. Später wurde sie im Bereich des Pfünzer Moierhofes aufgestellt. Es wird vermutet, das der Pfünzer Schlossbauer die Büste an den Historischen Verin nach Neuburg verkauft hat. Der Hadrian hat also mit großer Sicherheit seine Heimat in Pfünz. Aufgrund dieser Erkenntnisse hat der Vorstand des Heimatvereins VETONIANA Pfünz Kontakt mit den Verantwortlichen des Historischen Vereins Neuburg aufgenommen. Hier war man sehr kooperativ und äußerst interessiert an dieser Pfünzer Geschichte. In der Folge durfte der Hadrian aus seinem langen Schlaf im Museumsdepot erwachen und war für ein paar Monate bis Mitte 2024 der Star in einer Sonderausstellung zur römischen Geschichte im Stadtmuseum Neuburg.

Die Heimkehr nach Pfünz wird vorbereitet

Der historische Verein Neuburg konnte sich allerdings nicht dazu überwinden, das Original nach Pfünz zu übertragen. Und so hat man sich entschieden einen Abdruck des Originals anzufertigen aus dem dann eine Replik hergestellt werden kann. Am 17.6.2024 war es soweit, die Ausstellung in Neuburg ging zu Ende und der Hadrian begann seine Reise Richtung Pfünz. Allerdings erstmal mit einem Zwischenhalt im Atelier von Steinmetz Böhm in Adelschlag zur Anfertigung des Abdrucks. Das Original kehrt wieder nach Neuburg zurück und hoffentlich nicht wieder ins Depot. Vielleicht findet sich in einem der Neuburger Museem ein dauerhafter Standort. Am 18.6.2024 hat die Lokalredaktion Neuburg des Donaukuriers auf fast einer ganzen Seite über die „Heimkehr Hadrians“ berichtet [Link].